Forschung an Reifen

Forschung an Reifen

Reifenforschung ist sinnvoll und notwendig, vor allem, weil die Ansprüche, die an moderne Autoreifen gestellt werden, gar nicht alle erfüllbar sind. Wird das eine Kriterium erfüllt, so leidet das andere, das gefordert wird. Aus diesem Grunde werden Autoreifen wissenschaftlich erforscht und getestet.

Es ist allgemein bekannt und wird auch von Autoentwicklern bestätigt, dass nur mit guten Reifen Fahrspaß und Fahrleistung gewährleistet werden können. Das klingt zunächst einmal einleuchtend, wird aber im allgemeinen Empfinden nicht so wahrgenommen. Es ist gar nicht an der Tagesordnung, dass man über die Reifen eines Autos nachdenkt, weil sie einfach am Auto sind und irgendwie dazugehören. Das wird zum Beispiel auch auf online-reifen.com so wahrgenommen. Dort kann man zwar günstige Felgen empfehlen, aber ein guter Reifen muss einfach sein. Es gibt allerdings Personengruppen, die sich schon mit Autoreifen auseinandersetzen. Reifenentwickler oder Fahrwerkingenieure machen es sich ebenso zur Aufgabe, über Reifen nachzudenken, wie zum Beispiel Formel-1-Fahrer.

Bo Persson ist Doktor der theoretischen Physik und ist am Institut für Festkörperforschung am Forschungszentrum Jülich beschäftigt. Er beschreibt in seiner Arbeit die Parallelität von Fliegenfüßen und Formel-1-Reifen. Er zeigt auf, dass die Füße der Fliegen weich und anschmiegsam sind. Sie sondern eine klebrige Flüssigkeit ab, sodass die Fläche zwischen Fuß und Boden größer wird und so die Haftung verstärkt wird. Aus diesem Grunde können sich Fliegen auch auf senkrechten Glasscheiben bewegen. Eine ähnliche Technik wird bei den Formel-1-Reifen eingesetzt. Auch diese Reifen sind weich und es werden Harze ausgedünstet, sodass die Rennwagen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Asphalt kleben.

Auf den ersten Blick erkennen wir aber keine Parallelität zu herkömmlichen Autoreifen. Aber Bo Persson hat neue Theorien zur Haftreibung entwickelt. Er kann durch seine angewandte Technik viel schneller als bisher die Brauchbarkeit von Gummimischungen für Autoreifen überprüfen. Es muss nicht mehr ein kompletter Autoreifen aus dem zu testenden Material gefertigt werden, es reicht inzwischen schon eine kleine Gummiprobe. Der Schwede ist durch seine Technik dazu in der Lage, die Kontaktfläche, die zwischen Gummi und Straßenbelag entsteht, exakter zu berechnen. Seine Theorie ist eine Vorhersage, welche Dampfung und Elastizität die Mischung des Gummis haben muss, um eine optimale Asphalthaftung zu erzielen. Bo Persson ist inzwischen sogar soweit mit seinen Forschungen vorangeschritten, dass er sogar Unebenheiten im Asphalt mathematisch beschreiben kann, und er kann somit bestimmen, wie groß die wirkliche Kontaktfläche ist und welche Kräfte genau auf das Material des Reifens einwirken.

Es plant derzeit, noch in diesem Jahr seine Forschungsergebnisse zu veröffentlichen und dann ist die Frage, ob die Techniker aus der Reifenentwicklung die theoretischen Ergebnisse des Forschers auch praktisch umsetzen können. Das lässt hoffen, dass in der Zukunft ja doch einmal ein fast perfekter Pneu entwickelt und hergestellt werden kann. Man sieht aber, dass es durchaus auch Menschen gibt, die sehr viele Gedanken an die Reifen verschwenden, die der normale Verbraucher als gegeben nimmt. Vielleicht ist es ja doch ein Thema, über das der ein oder andere hin und wieder nachdenken sollte, weil die Sicherheit im Straßenverkehr beeinflusst wird. Nicht umsonst besteht das große Misstrauen gegenüber runderneuerten Reifen und es wird auch einen Grund haben, dass viele Menschen auf qualitativ höherwertige Reifen zurückgreifen. Diese Menschen scheinen durchaus über die Sicherheit und Qualität ihrer Reifen nachzudenken.

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